Info-Portal zeigt Chancen für Unternehmen auf dem Schwarzen Kontinent auf: Afrika: Ausfuhr als Abenteuer | | © tenpan |  | | 30.04.2010 - Teneriffa - Die Kanarischen Inseln wollen die Wirtschaftbeziehungen zum benachbarten Schwarzen Kontinent ausbauen. Ein wichtiges Medium dabei ist das Internet-Portal “www.africainfomarket.org”, das mit zum Teil sehr erstaunlichen Meldungen und überraschenden wirtschaftlichen Perspektiven aufwartet.
 | | | © tenpan |  | | Landschaft in Burkina Faso | Die Kanarischen Inseln suchen nach einem weiteren wirtschaftlichen Standbein neben dem Fremdenverkehr. Ziel ist es, sich als Handels- und Logistikdrehscheibe zwischen Europa, Amerika und Afrika zu etablieren. Die Kanaren führen derzeit in 30 afrikanische Länder Waren aus. Das sind rund zwei Drittel der Länder dieses Kontinents. Der grösste Abnehmer ist zur Zeit Niger, gefolgt von Guinea Bissau, der Elfenbeinküste und dem Senegal.
 | | | © tenpan |  | | Titelseite des Africa Infomarket-Portals |
Das Finanzvolumen beträgt rund 170 Millionen Euro. Es geht ganz klar ums Geschäft. Negativ-Berichte, etwa über die Menschenrechtssituation bei manchem afrikanischen Handelspartner, schaffen es bestenfalls in den Mittelteil der kanarischen Tagespresse, haben aber sonst keine Auswirkungen. Ziel der afrikanischen Staaten ist es, die eigenen Produkte zu vermarkten Sie sind deshalb auf der Suche nach Geschäftspartnern und Investoren. Ein Werkzeug dafür ist das Info-Portal www.africainfomarket.org. Dort werden Region, Projekte und Perspektiven im Detail vorgestellt.
 | | | © tenpan |  | | Info-Tafel Burkina Faso |
Burkina Faso etwa setzt auf Gold. Im Jahr 2009 wuchs die Förderung des blinkenden Edelmetalls im Vergleich zum Vorjahr um 220%, auf 12 Tonnen an. Gold ist nicht nur - weit vor Magnesium, Phosphaten, Bauxit und Kupfer - das am meisten geförderte Mineral in Burkina Faso, sondern nimmt in der Ausfuhrstatistik des Landes nach Baumwollle und Vieh den dritten Platz ein. Fast zwei Drittel aller Bergbauunternehmen des Landes sind auf diesem Sektor tätig. Den Goldschürfern nutzt sogar die Wirtschaftskrise der letzten beiden Jahre: Ein rückläufiger Preis beim Erdöl und eine Abwertung des Dollars liessen den Goldpreis auf 1.100 Dollar pro Unze ansteigen. Gold, Rinder und Baumwolle Burkina Faso will darum die Goldförderung noch weiter forcieren.
 | | | © T |  | | Info-Tafel Senegal |
Das Land ist ausserdem der grösste Hersteller von Baumwolle und das viertwichtigste Fremdenverkehrsziel in Westafrika. Das jährliche Wirtschaftswachstum beträgt im Schnitt 4 Prozent. Die Baumwollernte steigt seit Jahren kontinuierlich an. Derzeit liegt sie bei 900.000 Tonnen. Abnehmer sind vor allem die Nachbarländer. Die Rinderausfuhr steuert mit Riesenschritten auf eine Million exportierter Exemplare pro Jahr zu gibt zwei Binnenhäfen mit Meeresanschluss: einen in der Hauptstadt, Uagadugú und einen weiteren in Bobo Diuo Lasso, der zweitgrössten Stadt des Landes.
 | | | © tenpan |  | | Kraftfahrzeuge in Marokko |
Nach Nigeria, Senegal und Ghana zieht Burkina Faso die meisten Touristen in den Westen Afrikas. Es ist geplant, 13 touristische Zonen in landschaftlich reizvollen Regionen sowie Gebieten mit kulturellen Sehenwürdigkeiten einzurichten. Dazu zählen die im vergangenen Jahr zum Kulturerbe der UNESCO erklärten Ruinen von Lorepeni, der hauptstadtnahe Naturpark Ciniearé mit den Meeren der heiligen Krokodile und dem Nilpferdsee, die Granitregioon Laongo und das Ethnologische Museum in Manega. Es gibt 300 Hotels mit 10.113 Betten, vorwiegend in den beiden grössten Städten des Landes. Für die Zukunft ist die Erweiterung der Infrastruktur und des Kongresswesens geplant. Autoschwemme für Marokko Die Zahl der Feriengäste steigt. Vor zwei Jahren wurden auf den beiden internationalen Flughäfen 375.564 Touristen gezählt. Im Vergleich: Das sind etwa ein Zehntel der Erholungssuchenden, die im Jahresdurchschnitt Teneriffa ansteuern.
 | | | © tenpan |  | | Auto-Importeur in Marokko |
Mehrere Hundert Kilometer nördlich von Burkina Faso liegt Marokko. Im Portal www.africainfomarket.org ist der nordafrikanische Staat mit völlig anderen Themenschwerpunkten vertreten. Das von Spanien nur durch die Strasse von Gibraltar getrennte Königreich erlebte in den letzten Jahren ein wirtschaftliches Hoch und will verstärkt Autos importieren. Derzeit steigt Zahl der KFZ-Neuzulassungen im Land um 17 Prozent pro Jahr, die Umschreibung der Gebrauchtwagen um 4 Prozent. Es gibt sogar ein landestypisches Fahrzeugprofil: Die Marokkaner bevorzugen wirtschaftliche, vielseitige Dieselfahrzeuge in neutralen Farben. Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten wird in der nahen Zukunft die Nachfrage nach Personenkraftwagen und Spezialfahrzeugen aus zweiter Hand sehr hoch sein.
 | | | © tenpan |  | | Küste vor Tarfaya |
Die Abschaffung von Sondersteuern lässt vermuten, dass ab dem Jahr 2012 bis zu 90 Prozent aller marokkanischen Fahrzeuge im Ausland gekauft oder von dort eingeführt werden. Dagegen wird der Verkauf von fabrikneuen Produkten auf dem Nutzfahrzeugsektor, etwa für die Strassenreinigung, Kräne oder Wassertankwagen, stagnieren. Dort wird eine neue hohe Steuer erhoben. Die Folge: Viele Interessenten werden bei der Anschaffung auf Fahrzeuge aus zweiter Hand zurückgreifen.
 | | | © tfp |  | | Bisherige Hafenanlage in Tarfaya |
Die Marktumstellung ist möglich, da Ersatzteile schnell beschafft werden können. Die Abschaffung der Importsteuer für PKWs basiert auf einem Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Marokko. Die europäischen Exporteure erhalten auf diese Weise einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern, etwa den Asiaten, die weiter eine Einfuhrsteuer von in Höhe 17,5% bezahlen müssen.
 | | | © tenpan |  | | Bisherige Hafenanlage in Tarfaya |
Man darf nicht vergessen: Marokko ist ein Wachstumsmarkt. Derzeit kommen 73 Fahrzeuge auf 1.000 Einwohner; auf den Kanarischen Inseln sind es mehr als zehn Mal so viele, in der EU insgesamt kommen zwischen 350-500 Fahrzeuge auf tausend Einwohner. Gut für die Autobranche ist auch, dass Marokkos Fuhrpark an Überalterung leidet. Fast zwei Drittel aller Wagen haben mehr als zehn Jahre auf dem Buckel. Zwecks Marktbelebung bieten die KFZ-Konzessionäre bereits jetzt zinslose Kredite beim Fahrzeugerwerb an.
 | | | © tenpan |  | | Küste vor Tarfaya |
Die Besteuerung der Einfuhr von neuen Nutzfahrzeug hingegen ist eine Konzession an die Autokonzerne PSA und y Renault/Nissan, die in Marokko durch Kooperationen bereits mit Montagewerken vertreten sind. Ein weiteres Wirtschaftsprojekt auf marokkanischem Territorium hat einen direkten Kanaren-Bezug. Das spanisch-marokkanische Konsortium Tarima plant einen Hafen in Tarfaya, einem Ort der nur 80 Kilometer von Fuerteventuras Hauptstadt Puerto del Rosario entfernt ist. Die Fahrzeit von Tarfaya nach El Aaiún, einer Grossstadt mit einem Einzugsgebiet von über 400.000 Menschen, beträgt mit dem Auto eine Stunde. Neuer Fährhafen zu den Kanaren Tarima verweist darauf, dass sowohl spanische als auch marokkanische Haushaltsmitteln in das geplante Projekt fliessen sollen.
 | | | © tenpan |  | | Landschaft in Burkina Faso |
Nach Ansicht der Konzessionäre ist die Einrichtung des geplanten Hafens, der von Privatunternehmen betrieben werden soll, ein unabdingbarer Schritt für den Ausbau der Handelsverbindungen zwischen den Kanarischen Inseln und dem afrikanischen Kontinent. Als grosse Vorzüge des Projektes werden die geringe Entfernung und die positiven Erfahrungen mit einer in den 90 ger Jahren existierenden Verbindung für Kraftfahrzeuge zwischen Lanzarote und Tarfaya hervorgehoben. Neben der Linie nach Fuerteventura hat Tarima auch andere Fährverbindungen ist Auge gefasst. Nach Ansicht der Planer wäre es möglich Passagen von der nordafrikanischen Küste nach Las Palmas mit einer Fahrzeit von 60 Minuten anzubieten.
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