Teneriffa unterstützt Clown-Festival in PalästinaLautes Lachen lindert Leid | | © tenpan |  | | Lachen hat etwas Befreiendes | 13.02.2010 - Teneriffa - Clownesker Humor ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der Theaterkultur Teneriffas. Bei den zahlreichen Festivals, Auftritten und Workshops ist oftmals Ivan Pardo mit dabei, der künstlerische Leiter des Clown-Festivals in Galizien. Für ihn versinnbildlicht das Lachen Hoffnung und Zuversicht. Darum tritt er häufig in politischen Krisengebieten auf und hat ein grosses Ziel vor Augen: Ende diesen Jahres will er mit der Initiative “Pallasos en Rebeldia” ein Clown-Festival in den von der israelischen Armee besetzten Gebieten Palästinas veranstalten.
 | | | © tenpan |  | | Ivan Pardo in Aktion | Der “payaso”, in den Worten der nordspanischen Galizier auch “pallaso” genannt, ist der Clown. Im Gegensatz zum Schauspieler, der in eine Rolle schlüpft, bleibt der Clown trotz Verkleidung und der gesichtsverfremdenden roten Nase immer er selbst. Die Aufgabe des Clowns ist es, das Publikum zum Lachen zu bringen. Doch das geht nur in Zusammenspiel mit den Zuschauern. Darum muss der Spassmacher Facetten seines Wesens preisgeben, die ein Mensch sonst hinter einer Fassade verbirgt, denn es sind in der Regel nicht die Schokladenseiten einer Person, die andere zum Lachen bringen. Kein Wunder, dass der “dumme August” im Deutschen eine geläufige Bezeichnung für die Spassmacher in der Manege ist. Klar, die Hemmschwelle, vor anderen den Blödel zu geben, ist bei jedem Menschen unterschiedlich hoch. Das hängt auch vom individuellen Blickwinkel ab. Ivan Pardo etwa fasziniert bei seiner Arbeit vor allem, dass der “Clown die Essenz, das Wesentliche, des Menschen” freilegt. Und das mit - zumindest auf den ersten Blick - sehr einfachen Mitteln. Lachen gegen Schrecken
 | | | © tenpan |  | | Plakat der "Pallasos en Rebeldía" | Lachen hat immer etwas Befreiendes. Das ist auch der Grund, warum Ivan Pardo und seine Mitstreiter von den ““Pallasos en Rebeldia” im letzten Jahrzehnt immer wieder vor der einfachen Bevölkerung in politischen Krisengebieten aufgetreten sind. Etwa vor den von der Armee drangsalierten Indianern im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Oder in Ramala und Nablus, palästinensischen Regionen, in der die strenge Reglementierung und die harten Einschränkungen des Lebens der Menschen tagtäglich an den omnipräsenten Checkpoints, bewaffneten Patrouillien und gepanzerten Fahrzeuge der israelischen Besatzungsarmee ablesbar sind. Spassmacher im Ausnahmezustand
Der Film MASHI: TRASI QUE TRASI dokumentiert eindrucksvoll die letzte Palästina-Reise der “rebellischen Clowns”, so die deutsche Übersetzung von “Pallasos en Rebeldía”, im April vergangenen Jahres. Dort absolvierten Pardo und Co. zahlreiche Auftritte und veranstalteten Workshops mit Teilnehmern, die vom bürgerkriegsähnlichen Alltag geprägt sind. Menschen, die Angehörige verloren haben oder grundlos misshandelt wurden. Menschen, denen ein befreiendes Lachen hilft, innere Spannungen abzubauen, Lebensmut zu finden und die Hoffnung aufrecht zuerhalten - wie es die Künstler eines Zirkus in Palästina formulieren. Lachen als Therapie gegen Schrecken ist auch das Motto des für Oktober geplanten Festivals in den von Israel besetzten Gebieten Palästinas, bei dem Umzüge, Stelzengänger und Strassenkünstler die Menschen in ihren Bann ziehen werden. In Workshops werden die Teilnehmer lernen, die spielerische, aber oftmals vom Hass geprägten Alltag verschüttete Seite in sich selbst zu entdecken. Natürlich geht es auch darum, bereits existierende Initiativen zu unterstützen und neue Kreativzirkel ins Leben zu rufen. Viele bekannte Clowns haben bereits ihre Teilnahme bestätigt. Weitere Informarionen, auch in englischer Sprache, finden Sie unter: www.festiclown.org www.pallasisenrebeldia.org http://culturactiva.org/index.asp
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