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Fito & Fitipaldis rocken Santa Cruz

Augen - so braun wie Coca Cola

Kann bis 10 zählen: Fito Cabrales
© tenpan
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Kann bis 10 zählen: Fito Cabrales
11.11.2009 - Teneriffa - Nicht unbedingt von der Musik, aber vom Status her ist Fito Cabrales so etwas wie es “Fury In The Slaughterhouse” in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Deutschland waren: Ein Rockmusiker mit Niveau, auf den sich alle Musik-Fans einigen können. Da macht es auch nichts, dass er mit seiner Band “Fito & Fitipaldi” in Spanien inzwischen eine Nummer grösser ist, als es die Band aus Hannover auf dem deuschen Markt je war. Anfang Dzember stellt der kleine Mann aus Bilbao, dessen Markenzeichen ein verschmitztes Lächeln und seine Schirmmütze sind, sein aktuelles Album “Antes de que cuente diez” auf den Kanaren vor.

Natürlich: Musikalisch Bahnbrechendes ist von Herrn Cabrales nicht zu erwarten, läuft er doch wie die erwähnten Niedersachsen unter dem Label “Konsens-Rock”. Musikalisch eher auf Tradition bedacht, bedient Fito sich stilsicher im reichhaltigen Fundus der Rockgeschichte.
 
Sein Hit “Por la boca vive el pez” klingt verdammt nach den Dire Straits der frühen Jahre, der Titelsong des Albums überzeugt durch einen saxophongeprägten Instrumental-Teil, auf den auch Mister Bruce Springsteen samt versammelter “E Street Band” verdammt stolz gewesen wären.
 
Fito versteht es seine Botschaften in knackige Formulierungen zu verpacken. So mutieren Blicke aus braunen  Augen zu “miradas de tus ojos del color de la Coca Cola”.
 
Klischeegerecht kann auch der Musiker aus dem Baskenland auf die Ochsentour des Rock’ n Roll, den von AC/DC mystifizierten “long way to the top, if you wanna rock´n roll” zurückblicken. 
 
Bevor er es ihn mit der Begleitband “Fitipaldis auf Solopfade verschlug, beschallte der Mittvierziger mit der, nach dem abgewandelten Titel eines bekannten Buches benannten Combo “Platero y Tu” die Kaschemmen der iberischen Halbinsel, wobei der Erfolg recht  überschaubar blieb.
 
Als Solo-Künstler schaffte er es dann, mit seinem an traditionellen Rock und Blues-Klängen orientierten Sound, nicht nur auf die Playlist, sondern sogar an die Spìtze der Hitparade des grössten kommerzorientierten spanischen Pop-Senders “40 Principales”.
 
Das hat natürlich auch damit zu tun, dass im rumba- und flamenco-geprägten Spanien der handgemachten heimischen Pop-Musik ein grösserer Stellenwert eingeräumt wird als in Deutschland, wo ein Grossteil der Radiosender auf seelenlos - Hauptsache, aber irgendwie - englisch oder amerikanisch klingenden Plätscher-Pop setzt.
 
Fito & Fitipaldis spielen am Samstag, den 5. Dezember ab 22 Uhr am Parque Marítimo in Santa Cruz de Tenerife. Im Vorprogramm treten “La Cabra Mecánica” auf, musikalisch zwischen Rock, Ethno und Folklore angesiedelt und natürlich mit kritikbewussten Texten einzuordnen.