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Teneriffas Universitätsstadt

Vorbild für Havanna

Der Bischofssitz: Die Kathedrale
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Der Bischofssitz: Die Kathedrale
11.07.2006 - Teneriffa - Einst war Teneriffas Uni-Stadt die Hauptstadt der Insel. Ihre Stadtstruktur diente sogar als architektonisches Modell für Havanna und andere heutige Metropolen in Süd- und Mittelamerika. Die Universität ist geblieben, doch La Lagunas einstige Größe schimmert nur dann ein wenig durch, wenn europäische Film-Teams ungestört bei niedrigen Kosten vor südmerikanischen Stadtkulisse aus vergangenen Zeiten drehen wollen.

Das ehemalige Kloster San Agustin
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Das ehemalige Kloster San Agustin
Nachdem der spanische Erobe­rer  Alonso Fernández de Lugo den Widerstand der kanari­schen Ureinwohner auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde  Los Realejos entgültig niedergeschlagen hatte, be­absichtigte er  eine Stadt zu gründen.
 
Er wählte dafür einen Platz oberhalb der Bucht, an der gelandet war und taufte ihn (San Cristobal de) La Laguna. Denn damals gab es dort noch einen See. Drei lange Jahre hatten die Kämpfe gegen die Guanchen gedauert. Während der Süden  relativ schnell befriedet war, verweigerten die fünf nördlichen Stämme den Spaniern hartnäckig die Unterwerfung  und brachten ihnen zum Teil schmerzhafte Niederlagen bei. 
 
Einen wichtigen Sieg gegen den mächtigen Stammesführer von Taoro, dem heutigen Orotavatal, gelang den Spaniern am Tag von San  Cristó­bal in einem Gelände, dass von den Guanchen „Aguere“ genannt wurde. Dort befinden sich heute Teile der Altstadt von La Laguna.
 
Verschiedene Geschäfte und das Programmkino tragen das Wort „Ague­re“ im Namen. Hier gründete der, „Adelantado“ genannte, Befehlshaber de Lugo die Stadt und berief sechs Ratsherren und Geschworene, die die erste Stadtverwaltung bildeten. 

Das Rathaus der Universitätsstadt
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Das Rathaus der Universitätsstadt
De Lugo nannte das neue Gemeinwesen „San Cristóbal de la Laguna“ und bezog sich bei der Namensgebung auf den Tag des wichtigen Sieges ge­gen die Guanchen und einen nahe gelegenen Süßwassersee, der bald verschwand. Drei Gründe gaben bei der Wahl des Ortes den Ausschlag: Aguere lag weit von den Küsten entfernt und war daher relativ sicher vor den Überfällen der gefürchteten Piraten der damali­gen Zeit. 
 
Es bildet den Verkehrsknotenpunkt zwischen dem nördlichen und süd­lichen Teil der Insel. Das Klima und der Boden eignete sich für Ackerbau und Viehzucht. Außerdem gab es hier Trinkwasser. Die damalige Siedlung befand sich dort, wo sich heute die Kirche La Concepción erhebt. Schon früh schrieb der Rat der Stadt die Verwendung von massiven Baustoffen vor, um die Brandgefahr einzudämmen.
 
Auch die Fassaden­gestaltung, ein quadratisches Raster für die Grundstücksordnung und die Straßenreinigung wurden vom Rat der Stadt festgelegt. Im Jahre 1511 wurde mit dem Bau der Kirchen La Concepción und Santa Maria de los Remedios begonnen. Kanäle für die Wasserversorgung wurden nach Las Mercedes gezogen. Im Jahr 1515 zählte die Stadt 3.000 Einwohner. Bereits ein Jahr zuvor hatte sie beim spanischen Hof das Stadtrecht bean­tragt. Nachdem der König nichts von sich hören liess, verlieh sich der Rat 1521 die Bezeichnung „Stadt“ einfach selber, ein Akt, den Karl V. zehn Jahre später anerkannte. 
 
In der Folge ka­men die Titel „muy nobel“, „leal“, „treu“ und „erlaucht“ hinzu. Im Jahre 1526 war bereits mit dem Bau des Rathauses an der heutigen Plaza del Adelantado begonnen worden. Bis dahin waren politische Versammlungen in der Kapelle San Ermita abgehalten worden. 

Der traditionsreiche Nava-Palast
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Der traditionsreiche Nava-Palast
Die Religi­on hatte im Leben der damaligen Zeit einen hohen Stellenwert. Das zeigen die vielen Sakralbauten und Symbole, die bis heute die historische Altstadt prägen. Die rasante Stadtentwicklung stopp­te im 17. Jahrhundert abrupt. 1561 zählte die Stadt bereits 7220 Einwoh­ner, 1805 waren es gerade mal 2400 mehr. Aufgrund des Mäzenatentums der führenden Familien der Stadt entwickelte sich La Laguna zu einem geistigen Zentrum, wo Gesprächs­kreise von Dichtern, Schriftstellern und Künstlern stattfanden, der politische und wirtschaftliche Einfluss der dama­ligen Hauptstadt jedoch schrumpfte zusehens.
 
Wichtigen Anteil dabei hatte ein Ereignis im Jahre 1706 im Westteil der Insel: Der verheerende Vulkanausbruch. Die Eruption zerstörte nicht nur eine damals europaweit füh­rende Weinregion, sondern mit Gara­chico auch den bis dahin wichtigsten Hafen der Insel. In der Folge verlagerte sich der Schiffsverkehr in den bis dahin unbe­deutenden Fischerhafen Santa Cruz, wo sich auch die wichtigsten Ämter und Verwaltunsinstitutionen ansiedel­ten.
 
Eine Rivalität zwischen beiden Städten entstand, bei der La Laguna letztendlich den Kürzeren zog, da half auch die Gehorsamverweigerung gegenüber der, im Jahre 1813 in der heutigen Inselhauptstadt installierten Inselregierung nichts. Um ein Abrutschen  in die völlige Bedeutungslosigkeit der Nachbarstadt zu verhindern überliess Santa Cruz La Laguna die Universität und den Bischofssitz.
 
Die Rivalität scheint vom heutigen Standpunkt aus absurd, da es Über­legungen gibt, die beiden ineinander übergehenden Städte zu einer verwal­tungstechnischen Einheit zusammen zulegen, um eine effektivere Arbeit der Behörden zu gewährleisten.