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Das Küstenstädtchen Garachico

Reste alter Größe

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23.05.2006 - Teneriffa - Der kleine verschlafene Ort Garachico ist das Tor zur ländlich geprägten „Isla Baja“, dem ruhigsten und menschenleersten Teil Teneriffas, der am Zipfel der Punta de Teno endet. Kaum vorstellbar, dass hier bis vor dreihundert Jahren das wirtschaftliche Herz der Insel pulsierte und die kleine Bucht den wichtigsten Hafen beherbergte.

Bummeln in der Altstadt
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Bummeln in der Altstadt
Garachico ist knapp sechs Kilometer von Icod de los Vinos entfernt und wurde 1497 von dem aus Genua stammenden Kaufmann Ponte gegründet. Vermutlich war die Genehmigung dazu einer Dankbarkeitsgeste des damaligen Gouveneurs Fernando de Lugo. Immerhin hatten die Zahlungen der norditalienischen Kaufmannsfamilien nicht nur die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus ermöglicht, mit den Geldern der ligurischen Händler wurde auch die Eroberung der kanarischen Inseln finanziert.
 
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung der Region stark an. Die ersten Kirchen wurden gebaut. Die Region lebte vom Zuckerrohrexport und der Weinausfuhr. Die Malvasia-Tropfen aus der, nach dem zuvor hier siedelnden Guanchen-Stamm benannten Region Daute hatten damals einen hervorragenden Ruf, England war der Hauptabnehmer.
  
Doch nicht nur der Name Region, auch das Wort „Garachico“ geht auf die Ureinwohner Teneriffas zurück. Die vermutlich aus Nordafrika stammenden Guanchen leiteten den Ortsnamen von dem kleinen vorgelagerten schwarzen Felsen ab. In ihrer Sprache bedeutete das Wort „gara“ klein und der Begriff „chico“ Fels.

Moderne und Tradition prägen den Hafen
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Moderne und Tradition prägen den Hafen
Die Herrlichkeit dauerte bis zum 5. Mai 1706, als morgens um halb vier im elf Kilometer von Garachico entfernten, heutigen Nationalpark Las Cañadas de Teide ein Vulkan ausbrach. Die Lavamassen flossen die rund 2.100 Meter hohen Abhänge in mehreren Strömen hinab und begruben nicht nur das höher gelegene Dorf El Tanque sondern auch Garachico.
 
Die Eruption brachte nicht nur weite Teile der Weinwirtschaft Teneriffas für knapp 300 Jahre zum Erliegen, sondern beendete  auch die Bedeutung des Ortes als Hafenstadt. Die Reeder und Kaufleute zogen gen Osten nach Puerto de la Cruz und Santa Cruz mit der Folge, dass der damals eher bedeutungslose Standort der Militärkommandatur 130 Jahre später die Universitätsstadt La Laguna als Inselhauptstadt ablösen sollte.
 
Allerdings bildete der Vulkanausbruch nur den Schlußpunkt einer mehrere Jahrzehnte andauernden Katastrophenserie in der die Region von sintflutartigen Regenfällen, Überschwemmungen und Feuersbrünsten heimgesucht worden war. Vor dem Vulkanausbruch hatte in Garachico eine prosperiernde Bauaktivität eingesetzt, die zum Teil noch heute bewundert werden kann. 

Das Castillo während eines Festes
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Das Castillo während eines Festes
Hier lebten viele hochrangige Offiziere, es gab palastartige Häuser, drei Klöster und sogar ein Hospital. Rund um die idyllische Plaza de la Libertad, wo ein kleiner Kiosk und schattenspendende Bäume zum Verweilen bei einem „Café con Leche“ oder einem „Cortado“ einladen, können viele Gebäude aus der großen Zeit des Städtchens bewundert werden. Dazu zählt die Kirche Nuestra Señora an der Plaza, zu der in der Nacht des Karfreitags während der sogenannten „Semana Santa“ eine Prozession mit eindrucksvollen Heiligenfiguren zieht.
 
Auch das Rathaus und der Palast der Grafen von Gomera befinden sich hier. Mit dem Bau des Palastes wurde 1666 begonnen. Nach dem Vulkanausbruch wurde er restauriert. Insbesondere die Säulen am Eingang gelten als architektonisch bedeutsam.

Volkstanz bei einem Fest in Garachico
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Volkstanz bei einem Fest in Garachico
Reizvoll ist auch ein Bummel durch die Gassen und die Kopfsteinpflasterstrassen des historischen Stadtkerns. Hier gibt es viele kleine Geschäfte und Restaurants in denen frischer Fisch mit den traditionellen Kartoffeln „papas arrugadas“ und der klassisch-kanarischen Knoblauchsosse „Mojo“ serviert wird.
 
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der nach dem einstigen Bürgermeister Juan Gonzaléz de la Torre benannte Park, der im Volksmund auch „Playa de Pila“ (Stapelplatz) oder „Plaza de Abajo“ (tiefergelegener Platz) genannt wird. Im Park befinden sich die letzten Überbleibsel der Hafenanlagen aus dem 17. Jahrhundert. 

Tanz-Performance beim Fest zum 300. Jahrestag des Vulkanausbruchs
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Tanz-Performance beim Fest zum 300. Jahrestag des Vulkanausbruchs
Auf diesem Gelände wurden einst die gelöschten Ladungen gelagert. Dazu musste ein kleines Tor mit einer hinabführenden Treppe durchquert werden. Auch das Tabak-Museum des Ortes ist einen Besuch wert. Handgedrehte Zigarren sind eine Spezialität Teneriffas. Am besten meldet man sich zuvor unter der Telefonnummer 922 13 35 15 an. 
 
In Garachico gibt es zwei Bademöglichkeiten: Den kleinen Kiesstrand am westlichen Ortsausgang an der Mole des Sporthafens. Insbesondere Familien und Angler zieht es hierher. Dabei schlagen die quaderförmigen Skulpturen des Japaners Kan Yakazu den Übergang von der Tradition zur Moderne.  
 
Sportlich orientierte Badefreunde zieht es eher in das Naturschwimmbad „El Caléton“, wo die Wellen durch die Felsen rauschen. Die zerklüftete Rifflandschaft rund um die Schwimmbecken wird übrigens gerne als Filmkulisse genutzt.
 
So wurden hier bereits Sequenzen für das „Sonntagskonzert“ des Zweiten Deutschen Fernmsehens gedreht. Neben dem Schwimmbad steht das Castillo San Miguel. 

Feuerzauber zum 300. Jahrestag des Vulkansausbruchs
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Feuerzauber zum 300. Jahrestag des Vulkansausbruchs
In dem massiv gebauten Kastell aus dem Jahre 1576 befindet sich seit kurzem ein Museum mit einer Ausstellung über den schicksalhaften Vulkanausbruch sowie die technische und militärhistorische Bedeutung der kleinen Festung. An Computer-Terminals können Informationen über Geschichte, Kultur und Feste der Region in drei Sprachen abgerufen werden. Doch auch die Bergregionen oberhalb Garachico sind sehenswert.
 
Von der Straße C-820 bietet sich von verschiedenen Aussichtspunkten aus ein faszinierendes Panorama über Garachico und den vorgelagerten schwarzen Basaltfelsen. Es gibt auch einen Campingplatz bei Kilometer 64. Für eine Übernachtung ist eine Anmeldung bei der Umweltabteilung der Inselregierung unter 901 501 901 notwendig.