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Markthalle Santa Cruz

Der Bauch der Stadt

Die Fischhalle im Untergeschoß
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Die Fischhalle im Untergeschoß
13.05.2006 - Teneriffa - Schon vor Sonnenaufgang herrscht in der Markthalle “Nuestra Señora de Africa” ein grosser Andrang. Schon um sechs Uhr in der Frühe strömen die ersten Kunden in die drei Höfe der Markthalle um sich mit Obst und Gebäck für die Frühstücks- und Mittagspause einzu­decken oder um auf dem Weg zur Arbeit eine Tasse Kaffe zu trinken. Auch die Cafes, Nippes- und An­denkenläden an der zur Strasse hinge­wandeten Fassade und der Zeitungs­stand gegenüber haben bereits auf.

Der Markt in Santa Cruz
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Der Markt in Santa Cruz
Der Markt “Nuestra Señora de Africa“ ist nicht nur ein Einkaufsparadies wo es frischen Fisch, Fleisch und Gemüse gibt; die Menschen kommen auch her, um Bekannte zu treffen oder ein Schwätzchen zu halten.
 
Am Sonntag ist  der Rummel am grössten. Dann fin­det in den angrenzenden Strassen der Rastro, der städtische Flohmarkt  statt. Dorthin zieht  es viele  Hauptstädter, aber  auch die Bewohner vieler ander­en Gemeinden, an Ständen mit  neu­en, gebrauchtem oder auch einfach nur geklauten Waren vorbeiflanieren und die Auslagen durchstöbern.
 
Montags hingegen sind in der Markthalle  nur ein Viertel der Stände geöffnet, da sich die meisten Händler dann von den Strapazen der vorange­gangenen Woche erholen. Das Marketender-Dasein ist in der Tat kein Zuckerschlecken. Zu nachtschlaf­ender Zeit, wenn die letzten Zecher noch nach Hause wanken, beginnt bereits der  Arbeitstag der Standbe­treiber.
 
Bereits nachts um zwei decken sich die Händler beim Großmarkt Mer­catenerife mit Obst, Gemüse, Fleisch und Blumen ein. Zur gleichen Stunde holen die Fischhändler ihre Waren im Hafen ab. Seit 60 Jahren gibt es die Markthalle.

Betrieb in der Obsthalle
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Betrieb in der Obsthalle
Viele der über 200 Händler betreiben ihren Stand bereits seit Jahren, einige ältere Herrschaften verkaufen hier be­reits vom ersten Tag an, beispielsweise die inzwischen fünfundsiebzigjährige Obstverkäuferin Eloìsa, die bereits in der alten Markthalle auf der anderen Seite des Barranco Santos tätig war.
 
Die Markthalle “Nuestra Señora de Africa” wurde wenige Jahre nach dem spanischen Bürgerkrieg und der Machtübernahme Francos gebaut. Am  5. August 1942 wurde der Grundstein  an der Kreuzung zwischen der, um die frischgebaute Brücke ver­längerten Calle Valentin Sanz und der Calle San Sebástian gelegt. 

Ein Fleischstand
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Ein Fleischstand
Den Bauauftrag hatte der damalige Militärkommandant Teneriffas,  Gen­eral Ricardo Serrador erteilt, der in den Jahren 1940 bis 1943 mit der Verwal­tung der Insel beauftragt war. Nach ihm wurde später  auf Antrag des Stadtrates von Santa Cruz die über den Barranco Santos führende Brücke benannt.
 
Die Markthalle Nuestra Señora de Africa" la zur Zeit ihrer Entstehung außerhalb des damaligen Stadtgebietes von Santa Cruz, da der Barranco damals die Stadtgrenze bildete. Sie wurde 200 Meter östlich von ihrer Vorgängerin aus dem Jahre 1851 errichtet, dem kastenfötmigen Bau an der Plaza de Madera neben dem Teatro Guimerá.

Kundinnen beim Möhrenkauf
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Kundinnen beim Möhrenkauf
Die alte Markthalle platzte damals aus allen Nähten und dient inzwischen unter dem auf ihren Ursprung hinweisenden Namen "Recova" als Kunsthalle.
 
Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden aus den vierziger Jahren fehlt der "Nuestra Señora de Africa" die typisch marialische Symbolik des Faschismus. 
 
Dafür versprüht der Bau das Flair der Kolonialzeit, das seinen Ursprung allerdings nicht im namensgegebenden Nachbarkontinent Afrika hat. Architektonisches Vorbild waren die Festungen der kalifornischen Missionare, ein Baustil, der bereits vor der Zeit der Franco-Diktatur vom Baumeister Néstor auf Gran Canaria aufgegriffen worden war. 
 
Ein Etat von 1,5 Millionen Peseten des damaligen Wertes stand für den Bau der "Nuestra Señora de Africa" zur Verfügung. Der Architekt José Enrique Regalado konzipierte damit ein fortähnliches Gebäude, in dessen Zentrum ein steil aufragender Turm als Blickfang diente. Vom zentralen Platz gehen zwei überdachte Innenhöfe, die von der Straße aus, die auch über Nebeneingänge erreicht werden können.

Die Bronzestatue vor dem Haupteingang
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Die Bronzestatue vor dem Haupteingang
Das hat den Vorteil, dass die Gäste der Cadés in der Sonne sitzen können, die Händler himgegen im Schatten stehen, so dass weder sie noch ihre Waren der Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt sind. Am 4. Januar war es dann soweit: Die Markthalle wurde eingeweiht. 
 
Rund zwanzig Jahre später wurde dann auch die untere Etage gebaut und am 19. März 1956 für den Publikumsverkehr freigegeben. Dort ist neben Obstständen die Fischhalle untergebracht. Die Statue der afrikanischen Frauenfigur hingegen wurde erst in den siebziger Jagren vor dem Haupteingang aufgestellt. 
 
Auch verwaltungstechnisch hat sich in den sechs Jahrzehnten einiges verändert. War die Markthalle einst einem Zentralverwalter unterstellt, wird sie seit 1995 von der Händlervereinigung verwaltet.