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Bill Clinton auf Teneriffa

Der amerikanische Freund

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13.05.2006 - Teneriffa - Die Veranstaltung im Kammermusiksaal des Auditoriums im Frühsommer des Jahres 2005 begann wie ein gepflegtes Rockkonzert in den siebziger Jahren: Mit zwei Stunden Verspätung. Das war bei dem Stargast durchaus angemessen, handelte es sich doch um William Jefferson Clinton, den ersten US-Präsidenten, der jünger als Mick Jagger war.

Dafür hatten die Veranstalter den Programmablauf erheblich gekürzt, um die Kernaussage des Events besonders hervorzuheben. Inselpräsident Ricardo Melchior erläuterte in seinem Referat das Thema der Veranstaltung, „Teneriffa, Plattform zwischen Europa, Afrika und Amerika“. Per Powerpoint-Präsentation wurden seine Ausführungen auf einer Großbildleinwand veranschaulicht. Dort flackerten Weltkarten und Pläne der geplanten logistischen Plattform im Inselsüden.

Der  Bau   des an den Airport grenzenden Handelshafens in der Gemeinde Granadilla ist jedoch nicht unumstritten, wie die Umweltschützer-Demonstration vor dem Auditorium am Ende der Veranstaltung zeigte. Auch die Finanzierung durch die EU ist noch nicht vollständig gesichert. 

Andererseits können ohne bessere Infrastruktur keine Investoren für die steuerbegünstigten Gewerbegebiete als Teneriffas zweites Standbein neben dem Tourismus gewonnen werden, da die Bodenpreise sehr hoch sind.  Folglich ging es darum, Teneriffas strategische Vorzüge als Knotenpunkt im Welthandel hervorzuheben.

Bill Clinton, inzwischen Vorsitzender einer Stiftung zur Förderung ärmerer Nationen, entwickelte in seinem Vortrag die Vision einer immer enger zusammenwachsenden Welt, wo eine „Nation nicht vor den  anderen fliehen kann“. Es  reiche nicht, in den armen Ländern mit immer neuen Geldern nur die Löcher zu stopfen.  Man  müsse stattdessen die Grundlagen zur Verbesserung der Lebensbedingungen legen. Besonders wichtig sei es, den Menschen den Zugang zur Bildung zu erleichtern und  ihnen so Perspektiven aufzuzeigen.

Dabei wären die weltweite Vernetzung durch das Internet und der immer größere Einfluß von Nicht-Regierungsorganisationen sehr wichtige Bausteine.  Nach Ansicht des Ex-Präsidenten der USA funktionierten  aber nur Projekte die für die Menschen nachvollziehbar sind und „auch wirklich etwas bewirken.“ Teneriffa  könne in diesem Zusammenhang die Rolle eines Brückenkopfes zwischen den Kontinenten einnehmen.

Am Ende bekam Clinton ein Timple geschenkt, das er neben seine „Saxophon-Sammlung packen“ wird. Mal sehen, ob er beim nächsten Teneriffa-Besuch mit dem kanarischen Saiteninstrument zu einer Folklore-Gruppe auf die Bühne steigt, wie sonst mit dem Saxophon zu Jazz-Bands.