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Tenneriffas Nahverkehr

Die Straßenbahn - einst und jetzt

Teneriffas erste Straßenbahn zu Beginn des vorigen Jahrhunderts
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Teneriffas erste Straßenbahn zu Beginn des vorigen Jahrhunderts
12.07.2006 - Teneriffa - Ab dem Jahr 2007 wird eine Straßenbahn die Inselhauptstadt Santa Cruz mit dem Zentrum der Unversitätsstadt La Laguna verbinden. Was viele nicht wissen: Es gab bereits einmal eine Straßenbahn auf Teneriffa. Sie fuhr bis Mitte der fünfziger Jahre zwischen Santa Cruz und Tacoronte.

Die zukünftige Bahn in Höhe des
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Die zukünftige Bahn in Höhe des "Teatro Guimerá"
Die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs auf Teneriffa beginnt im Jahre 1884, als erstmals eine einspännige Kutsche mit  fünf Personen von Santa Cruz nach La Laguna aufbrach. ´
 
Sie brauchte für die Strecke einen Tag. Im folgenden Jahr beförderten bereits mehrere Fuhrunternehmen 16.000 Passagiere zwischen Santa Cruz und La Orotava und wurden von der damaligen Presse für ihre außerordentliche Schnelligkeit gelobt. 
 
Im Jahre 1898 begannen die ersten Planungen für eine elektrische Strassenbahn zwischen Santa Cruz und Icod de los Vinos.  Nach anderthalbjähriger Bauzeit wurde am 7. April 1901 die Strassen bahn zwischen dem Hafen von Santa Cruz und der Kirche de la Concepción in La Laguna in Betrieb genommen. 

Santa Cruz vor mehr als fünfzig Jahren
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Santa Cruz vor mehr als fünfzig Jahren
Die Bahn legte die Strecke in 34 Minuten zurück.  Am 27. Juli 1904 wurde das zweite Teilstück zwischen La Laguna und Tacoronte eingeweiht. In den folgenden 50 Jahren war die Strassenbahn die wichtigste Verkehrsverbindung auf Teneriffa.
 
Im Sommer 1942 wurden täglich im Schnitt 13.588 Passagiere verzeichnet. Auch Handelsgüter wurden mit der Bahn transportiert. 1950 betrug das Streckennetz 21 Kilometer, es gab Bahnhöfe in Santa Cruz, La Laguna, La Cuesta  und Tacoronte. Ende der fünfziger Jahre schlug  die letzte Stunde der Strassenbahn. Sie wurde durch Omnibusse ersetzt. 
 
Die erste Busverbindung war bereits 1902 zwischen Santa Cruz und La Orotava eingerichtet worden, wurde aber aufgrund des gut funktionierenden Zusammenspiels von Kutschen und Straßbahn als unnötig erachtet. Außerdem waren die Menschen auf Teneriffa Autos noch nicht gewöhnt: der erste Personenkraftwagen wurde erst 1905 zugelassen. 

Computer-Simulation des Streckenverlaufes in La Laguna
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Computer-Simulation des Streckenverlaufes in La Laguna
Die Teneriffa-Reise von König Alfonso XIII. per Automobil im folgenden Jahr erregte daher großes Aufsehen. 1911 gab es zwischen La Laguna und La Orotava gerade einmal 43 zugelassene Kraftfahrzeuge.
 
Im folgenden Jahr wurden die ersten vier Verkehrsregeln erlassen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug 12 km/h. Ende der zwanziger Jahre entdeckten dann Privatunternehmer die Personenbeförderung als Geschäft und erwarben Nahverkehrskonzessionen. Die ersten Routen verliefen von Santa Cruz nach Buenavista und Arico.
 
In den dreißiger Jahren wurde das Busnetz im Nahbereich von La Laguna eingerichtet, 1942  das erste inselweite Transportunternehmen gegründet, aus dem vor 27 Jahren die heutige TITSA hervorging.

Die
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Die "tranvia" beim Transport auf Spaniens Straßen
Zurück zur Schiene
 
Der Anstieg des PKW-Ver­kehrs im letzten Jahrzehnt hat dazu geführt, dass auch auf Teneriffa eine S-Bahn gebaut wird. Die Metro soll viele Autofahrer auf die Schiene locken, damit der Ver­kehr in der Hauptstadtregion wieder besser fliesst. Ein Anreiz dabei ist, dass die S-Bahn im Gegensatz zum Bus den Fahrplan einhalten kann, da ihr Vorrang vor dem Automobilverkehr eingeräumt wird.
 
Teneriffas neue  Bahn benötigt für die 12,3 Kilometer zwischen der Umsteigestation in der Nähe des Bus­bahnhofs in Santa Cruz und der Aveni­da Trinidad in La Laguna 37 Minuten. 
 
Dabei passiert die Bahn die Plaza España, das Teatro Guimerá, die Plaza Weyler, beide grossen Krankenhäuser, und die Universität. Es gibt insgesamt 21 Haltestellen. Die Verkehrsplaner rechnen aufgrund der Bahnverbin­dung mit 44.000 Fahrgästen pro Tag und einem Rückgang des Automobil­verkehrs in der Hauptstadtregion um 14 Prozent.  

Die Straßen kurz vor der Ankunft im Verladehafen
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Die Straßen kurz vor der Ankunft im Verladehafen
Sie setzen dabei auf die Vernunft der Verkehrsteillnehmer, denn nach ihren Berechnungen können mit der S-Bahn neunmal mehr Menschen transportiert werden als im PKW.
Um den Autofahrern das Angebot  schmackhaft zu machen, wird ein un­terirdisches Parkhaus mit 800 Stellplät­zen in der Nähe der Avenida Trinidad gebaut. 
 
Klar ist auch, dass mit Inbe­triebnahme der S-Bahn der öffentliche Nahverkehr neugeregelt und auf die Metro abgestimmt wird. Das 178,4 Mio Millionen Euro teu­re Bahnprojekt war im Vorfeld nicht unumstritten, da befürchtet wurde, dass La Laguna dadurch das Prädikat, Bestandteil des Weltkulturerbes der UNESCO zu sein, verlieren würde. 
 
Das ist nicht der Fall, da der S-Bahn­bau keine Auswirkungen auf den histo­rischen Stadtkern hat. Die S-Bahn wird von der Gesellschaft Metropolitano de Tenerife  betrieben, die mehrheit­lich im Besitz der Inselregierung ist. 
 
Die S-Bahn wird zwischen 05.00 Uhr und 00.00 Uhr verkehren; in der Hauptver­kehrszeit im 5-Minuten-Takt. Die 20 S-Bahn-Waggons sind 32 Meter lang und werden von der Fir­ma Alstom in Barcelona gebaut. Sie bestehen aus fünf beweglichen Mo­dulen, um einen kleinen Wendekreis zu ermöglichen. 

Jeder Wagen kann bis zu 200 Per­sonen transportieren und verfügt über  60 Sitz- sowie zwei Behindertenplätze. Die S-Bahn kann bis zu 2.300  Fahr­gäste pro Stunde transportieren. Die Fahrzeuge erreichen eine Höchst-ge­schwindigkeit von 70 Stundenkilome­tern, die  Durchschnittsgeschwindig­keit beträgt 20 km/h.
 
S-Bahnwagen dieser Art wurden in den letzten Jahren bereits in Bar­celona, Valencia, Lyon,  Lissabon, Montpellier, Grenoble, Bordeaux, und  Dublin in Betrieb genommen. Durch die S-Bahn entstehen 131 neue Arbeitsplätze.
 
Mit der Inbetriebnahme der Straßenbahn ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf Teneriffa allerdings noch nicht beendet. So sind Schnellbahnen zwischen der Inselhauptstadt dem Touristenort Playa de Las Américas sowie im Norden nach La Orotava geplant.
 
Bei der Südschnellbahn soll es sogar fünf Tunnelabschnitte geben. Die längste unterirdische Strecke wird unter dem Südflughafen "Reina Sofia" verlaufen und rund vier Kilometer lang sein.
 
Vor dem Jahr 2020 ist allerdings mit einer Inbetriebnahme nicht zu rechnen, da derzeit noch die Details der Finanzierung geklärt werden